Neue Zürcher Zeitung

Komplettes Umdenken in den Zeitungs-Workflows

Die Neue Zürcher Zeitung, kurz NZZ, ist die Älteste der grössten Zeitungsverlage der Schweiz und blickt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte des grenzüberschreitenden Qualitätsjournalismus zurück. Wie die meisten grösseren Medienunternehmen haben auch sie eine Vielzahl unterschiedlicher Tools und Workflows für ihre Titel verwendet. Ihr Haupt-CMS war Atex Polopoly. Aufgrund des sich verändernden Konsumverhaltens der Leserschaft stand die NZZ vor neuen Herausforderungen, die mit den alten Systemen nicht gelöst werden konnten.

Ziele

  • Vereinen von Print und Online

  • Schneller Beginn von neuen online Produkten

  • Verbesserung der Workflow-Effizienz

Resultate

  • In Livingdocs wird für Online sowie Print geschrieben

  • Einführung neuer Produkte in weniger als 3 Monaten

  • Spezialisierte Teams für verschiedene Aufgaben

Workflows

Gewiss, die NZZ hatte grosse Visionen. Bei dem Projekt ging es nicht nur um die Aufrüstung eines Altlasten-Systems, sondern um den Aufbau der Infrastruktur für eine digitale Zukunft der gesamten Zeitung. Es gab eine zentrale Herausforderung: Eine jeweilige Redaktion sollte sowohl für die Online- als auch für die Printausgabe schreiben. Mit einem einzigen Tool: Livingdocs.

Es war klar, dass Livingdocs, als browserbasierter Web-Editor, eine Vielzahl von druckspezifischen Anforderungen unterstützen musste, damit dies funktionieren konnte. Darüber hinaus mussten wir einen neuen Workflow definieren, der zwei meist getrennte Welten zusammenführen konnte: Das Schreiben für den Druck und das Schreiben für Online.

Die NZZ wurde zu einer innovativen Laborumgebung, in der wir gemeinsam einen neuen Weg finden konnten, um im Zeitungsgeschäft zu bestehen. Der einheitliche Ansatz vereint nun Print und Online, ermöglicht die einfache und schnelle Einrichtung neuer Content-Produkte und unterstützt die regionalen Verkaufsstellen. Inhalte werden in diesem Umfeld lebendig und bilden die Grundlage, auf der ein abonnementbasiertes Geschäftsmodell aufgebaut und gepflegt werden kann.

Livingdocs ist das Fundament der digitalen Infrastruktur der NZZ, welches uns endlich ermöglicht, das CMS für all unsere Produkte zu harmonisieren..

Andreas Bossecker,
CTIO der NZZ Mediengruppe

Der Schlüssel zum Erfolg dieser Lösung war der komponentenbasierte Ansatz von Livingdocs. In Livingdocs ist ein Artikel nicht eine Vorlage, sondern eine flexible Anordnung von etwa 20 kleineren Vorlagen, den Komponenten. Von einem Online-Artikel zu einem Print-Artikel zu wechseln, ist lediglich eine Übersetzung von einem Komponentensatz in einen anderen. Dasselbe gilt auch für alle Produkte, z.B. von der Tagesausgabe zur Sonntagsausgabe oder zum Lifestyle-Magazin.

Heute gibt es bei der NZZ etwa 500 Komponenten, die auf 24 verschiedene Sets in 6 verschiedenen Content-Produkten verteilt sind. Das Design-Team aktualisiert diese Sets im Zwei-Wochen-Rhythmus, und es werden laufend Verbesserungen integriert. Vorbei sind die Zeiten des grossen Re-Designs. Die Journalisten arbeiten bequem in ihrem Web-Browser und können flexibel für die gesamte Produktpalette schreiben und so das bestmögliche Leseerlebnis für verschiedene Zielgruppen schaffen. Selbst die Korrekturleser profitieren von der Verwendung von Komponenten durch ein System, das nur die Komponenten hervorhebt, die sich seit der letzten Überprüfung der Rechtschreibung geändert haben.

Livingdocs-Komponenten können problemlos zwischen Produkten und Kanälen konvertiert werden. Die NZZ nutzt sie, um Inhalte zwischen Print, Online, ihrem Magazin (Bellevue), ihrer Sonntagsausgabe (NZZ am Sonntag), ihren Newslettern und rund 20 verschiedenen Kanälen wie Facebook-Instant-Articles auszutauschen.

Systemlandschaft

Die Systemlandschaft wurde drastisch vereinfacht. Es gibt einen einzigen Einstiegspunkt für die Produktion: Livingdocs. Livingdocs-Artikel, die auch für Print geschrieben wurden, werden an WoodWing Enterprise zur Nachbearbeitung in InDesign geschickt. InCopy-Lizenzen werden nicht mehr benötigt. Auch die Newsletter werden in Livingdocs geschrieben und nur für die Ausspielung an die Adobe Marketing Cloud geschickt.

Die redaktionelle Planung erfolgt in Desk-Net. Der Datenjournalismus benötigt kein eigenes Team mehr, aber seine Anwendung wurde so weit vereinfacht, dass er in den Newsroom integriert ist und jeder Redakteur Komponenten zur Visualisierung von Analysen verwenden kann. Zu diesem Zweck hat NZZ das Q-Tool entwickelt, das nahtlos in Livingdocs integriert ist.

Die Frontend-Anwendungen werden von der NZZ entwickelt. Sie baute ein Web-Framework (Morpheus), das mit Livingdocs als Backend und einem flexiblen nativen App-Builder namens VAMP zusammenarbeitet, der auf React Native basiert. Die Paywall ist CeleraOne und Zahlungen werden in SAP abgewickelt. Zusätzlich zu den eigenen Distributionskanälen unterstützt Livingdocs eine Fülle anderer Kanäle wie Facebook-Instant-Articles oder Google AMP.

Für alle Produkte schreiben, inkl. Print.
Themen- und Produktionsplanung.
Chartbeat für Analytics.
Für alle Kanäle Artikel schreiben. Übersichtsseiten für alle Online-Produkte erstellen und kuratieren.
CMS Komponente, die alles von Benutzer-Management bis Dokumenten-Versionsführung verwaltet.
CMS Komponente, die für schnelles Rendering und Auslieferung des Contents optimiert ist.
huGO+ für Datenumwandlung und Archivierung.
Auslieferung an alle NZZ Online-Produkte und -Kanäle.
Content-Station fürs Layouting und Montage der Print-Ausgabe.
Führt letzte Revisionen des Inhalts durch.
Bereit für die Druckerei.

Livingdocs ist das Produktionswerkzeug der NZZ. Täglich loggen sich mehr als 500 Journalisten in den Editor ein, um Artikel zu schreiben und/oder Übersichtsseiten zu kuratieren. Der Druck-Workflow wird von huGO+ und WoodWing für die Postproduktion ermöglicht. Die Analyse erfolgt in Chartbeat und die Planung in Desk-Net.

Trennung der Verantwortungsbereiche

Die neuen Workflows bei der NZZ ermöglichen jedem Journalisten, für Print und Online zu schreiben. Während die Flexibilität, Produkte-übergreifend zu arbeiten, grösser geworden ist, wollte die NZZ umso mehr die Kontrolle über die Layouts in der Produktionslogik beschränken.

Livingdocs ermöglicht das grafische Layouten von Teasern auf der Start- und Übersichtsseite. Die NZZ wünschte sich jedoch einen optimierten Prozess, bei dem nur sehr wenige Benutzer das Layout steuern. Die meisten Verantwortlichen der Website arbeiten jetzt an einer einfachen Prioritätenlisten-Ansicht, die wir in Livingdocs implementiert haben. Sie sehen, welche neuen Artikel zu einem Thema eingetroffen sind und sortieren diese per Drag & Drop. Es kümmern sich nicht mehr alle Journalisten darum, wie ein bestimmtes Teaser-Bild an einer bestimmten Stelle aussieht, nur noch ein sehr kleines Team erledigt die grafische Nachbearbeitung der Startseite. Dies verbessert die Performance und die Gesamteffizienz.

Ein ähnliches Szenario zeichnet sich auch im Print-Prozess ab. Livingdocs berücksichtigt die alltäglichen und charakteristischen Bedürfnisse von Printjournalisten, wie druckspezifische Zeichen, die korrekten Zeilenumbrüche und das Überprüfen von Über- und Unterlauf. Ein sechsköpfiges Team ist für die mikrotypografische Nachbearbeitung auf der InDesign-Seite verantwortlich, während sich der Rest der Redaktion auf ihre Stories fokussieren kann.

Um diese Prozesse zu rationalisieren, nutzte die NZZ das Autorisierungssystem von Livingdocs. Die Journalisten sehen nur die Möglichkeit, Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen. Die Website-Verantwortlichen haben aber auch Zugriff auf das Listen-Tool, um Artikel nach Themen zu sortieren, und nur eine kleine Handvoll Benutzer hat Zugang zur grafischen Seitenverwaltung. Darüber hinaus verwenden sie konfigurierbare Workflow-Aufgaben, um sicherzustellen, dass alle Artikel korrekturgelesen und überprüft werden.

Schreiben

Priorisieren

Layouten

Journalisten schreiben und veröffentlichen die Artikel. Site-Manager priorisieren die verschiedenen Artikel in einer Liste. Layouter kuratieren die Listen auf den Übersichtsseiten.

Eine neue Form des Publishings

Im Zentrum der Strategie der NZZ stehen Fragen, die jede traditionelle Zeitung betreffen: Wie können wir effizienter produzieren, die Einnahmen mit Inhalten steigern und dennoch ein qualitativ hochwertiges Produkt beibehalten? Die Investition in neue Workflows bei der NZZ hat sich gelohnt: In den letzten zwei Jahren wurden wieder Gewinne erzielt und die Aktionärsdividende ist wieder da, wo sie war. Es war grossartig zu sehen, wie offen sich das Team von NZZ für neue Technologien einsetzt und wie sie uns herausforderten, ein Toolkit zu entwickeln, das wirklich funktioniert.

Unsere Reise mit der NZZ-Mediengruppe geht weiter. Ende 2016 wurde sie mit einer Beteiligung von 15 % unser erster externer Investor in Livingdocs. Sie werden auch weiterhin an der Spitze unseres Innovationszyklus stehen, indem sie sich mit uns ständig auf den neuesten Stand bringen, neue Features in ihren Redaktionen ausprobieren und sich mit neuen Ideen den Herausforderungen des heutigen Zeitungsgeschäfts stellen.

Wie sieht es mit Ihrer Erfolgsstory aus? Finden Sie heraus, was Livingdocs für Sie tun kann!

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